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Nahaufnahme einer klaren Flüssigkeit, die aus einer durchsichtigen Flasche mit geripptem Hals und weißem Verschluss gegossen wird.

Toner fürs Gesicht: Wofür ist er gut und was sind die Unterschiede zu Gesichtswasser und Essence

Lange zum überflüssigen Zwischenschritt degradiert, feiert der Toner inzwischen sein verdientes Comeback – als Pflegebooster, Feuchtigkeitskick oder Wirkstoffvorbereiter. Aber wie sinnvoll ist ein Toner wirklich? Und was sind eigentlich die Unterschiede zwischen einem Toner, einem Gesichtswasser und einer Essence?

Informationen geprüft und erstellt in Kooperation mit der Biochemikerin Dr. Sarah Schunter aus München.

Kurz und knapp: Toner, Gesichtswasser, Essence

  • Produktart: Wässrig pflegende Produktgruppe

  • Routineschritt: Anwendung nach der Reinigung, vor Seren oder Feuchtigkeitspflege

  • Wirkung: Feuchtigkeitsspendend, beruhigend, klärend – je nach Formulierung auch exfolierend oder porenverfeinernd

  • Geeignet für: Alle Hauttypen, da Toner sehr individuell ausgewählt werden können

Was ist ein Toner – und worin unterscheidet er sich von Gesichtswasser und Essence?

Im Alltag werden Begriffe wie Toner, Gesichtswasser und Essence oft synonym verwendet – die Unterschiede sind zwar nicht gross, aber wenn man es genau nimmt, gibt es sie:

  • Toner (auch: Tonikum) ist eine pflegende Flüssigkeit, die nach der Reinigung und vor dem Serum oder der Creme angewendet wird.

  • Gesichtswasser war früher oft alkoholbasiert und adstringierend, um Rückstände nach der Reinigung zu entfernen – heute ist der Begriff in modernen Formulierungen meist veraltet, weshalb “Toner” inzwischen der gebräuchlichere Begriff ist.

  • Essences stammen aus der asiatischen Hautpflege und sind häufig dickflüssiger als klassische Tone, jedoch leichterer als Seren – sie sollen leichte Textur mit intensiver Pflegewirkung kombinieren.

Während früher Toner vor allem zur Nachreinigung verwendet wurde – inklusive ganz klassisch mit Verwendung eines Wattepads – haben Toner heute in der Regel eine andere Funktion. Sie sind Teil der Pflegeroutine, denn sie solle die Haut auf die nachfolgende Pflege vorbereiten. Ausserdem lassen sich durch die Verwendung eines Toners zusätzliche Pflegestoffe in die Routine integrieren. Ähnlich verhält es sich mit Essences.

Was ist dran am Mythos: Toner zum Ausgleich des pH-Werts?

Früher hiess es: Ein Toner bringt den pH-Wert der Haut nach der Reinigung wieder ins Gleichgewicht. Und das war nicht ganz falsch – ist heutzutage allerdings veraltet:

  • Viele Reinigungsprodukte hatten früher einen alkalischen pH-Wert (Seife), der die Haut aus dem Gleichgewicht brachte.

  • Moderne Reinigungsprodukte sind pH-hautneutral oder leicht sauer – ein Toner zum pH-Ausgleich ist somit also nicht mehr notwendig.

  • Die Haut kann ihren pH-Wert selbstständig regulieren – oft innerhalb von Minuten.

Der pH-Ausgleich ist kein Mythos, eher ein Relikt aus früheren Zeiten – heute übernimmt ein Toner eine andere Rolle: hydratisieren, beruhigen oder die Aufnahme weiterer Wirkstoffe fördern.

Toner für verschiedene Hautbedürfnisse

Kaum eine Produktkategorie ist heute so vielseitig wie Toner. Je nach eingesetzten Inhaltsstoffen, lässt sich deine Routine durch die Hinzunahme eines Toners individuell ergänzen. Meist richtet sich die Wahl des passenden Toners nach deinem zugrundeliegenden Hautbedürfnis:

  • Hydratisierender Toner: Spendet dehydrierter Haut Feuchtigkeit und kann leicht aufpolsternd wirken. Fokusinhaltsstoffe: Hyaluronsäure, Glycerin, Panthenol

  • Beruhigender Toner: Wirkt anti-entzündlich und lindert bei empfindlicher oder sensibler Haut Rötungen und Irritationen. Fokusinhaltsstoffe: Ectoin, Bisabolol, Allantoin, Panthenol

  • Klärender Toner: Reguliert bei öliger, fettiger oder Mischhaut die Talgproduktion, verfeinert Poren und kann entzündliche Prozesse lindern. Fokusinhaltsstoffe: Niacinamid, Zink, Salicylsäure, Gluconolacton, Bisabolol

  • Exfolierender Toner: Bei fahler, matter, trockener oder zu Verstopfungen neigender Haut können leicht peelende Toner sanft abgestorbene Hautzellen lösen. Das Hautbild erscheint strahlender und feinporiger. Fokusinhaltsstoffe: Mandelsäure, Milchsäure, Glycolsäure, Gluconolacton, Lactobionsäure, Salicylsäure, Bernsteinsäure

  • Regenerierender Toner: Pflegt trockene, barriereschwache Haut und unterstützt die Hauterneuerung. Fokusinhaltsstoffe: Glycerin, Fettsäuren, Ceramide, Fermente

Was sind Milky Toner?

Milky Toner sind Toner mit einer milchigen Textur, die zwischen flüssigem Toner und einer Lotion liegen. Sie enthalten oft lipidreiche oder emulgierte Pflegekomponenten wie Ceramide, pflanzliche Öle oder beruhigende Wirkstoffe – ideal für trockene, empfindliche oder reife Haut, die mehr als nur Feuchtigkeit braucht. Milky Toner hinterlassen ein zart gepflegtes Hautgefühl, ohne zu fetten, und eignen sich besonders gut für die kältere Jahreszeit oder als sanfter Einstieg in die Pflegeroutine.

Wann lohnt sich ein Toner?

Ein Toner ist nicht zwingend notwendig, kann aber einen echten Mehrwert für deine Routine bieten:

  • Wenn du deiner Haut die Aufnahme nachfolgender Pflegeprodukte erleichtern möchtest

  • Wenn deine Haut nach der Reinigung spannt oder sich trocken anfühlt und du zusätzliche Feuchtigkeit liefern willst

  • Wenn du bestimmte Pflegebedürfnisse noch gezielter oder zusätzlich adressieren möchtest (vergrösserte Poren, Pickelmale oder Rötungen)

  • Oder wenn du bestimmte Inhaltsstoffe zu deiner Routine hinzufügen möchtest, die sich bislang in keinem anderen Pflegeprodukt finden

Expert Tip

Ein hydratisierender Toner ist ein einfacher Einstieg in mehrstufige Skincare – ganz ohne zusätzlichen Aufwand.

Toner anwenden, so geht’s!

Die Anwendung von Tonern ist denkbar einfach, denn sie fügen sich unkompliziert in jede Pflegeroutine ein:

  • Routineschritt: Morgens und/oder abends direkt nach der Reinigung.

  • Dosierung: Einige Tropfen in die Handflächen geben und auf das Gesicht auftragen. Ein Wattepad ist nicht nötig.

  • Einwirkzeit: Lasse die Haut das Produkt kurz setzen und wasche es nicht ab. Eine dezidierte Einwirkzeit ist nicht nötig.

  • Danach: Du kannst im Anschluss an den Toner direkt mit dem nächsten Routineschritt weitermachen.

 

Toner zur Reinigung – sinnvoll oder Pflegefehler?

Sicher hast du auch schon einmal gehört, dass Toner nach der Reinigung verwendet werden sollen: Toner auf ein Wattepad und die Haut “nachreinigen”, schliesslich nennt man Toner auch Reinigungswasser. Doch ist das wirklich sinnvoll?

Was stimmt:

  • Ein Toner folgt innerhalb der Pflegeroutine auf die Reinigung

  • Ein klärender Toner kann letzte, kleine Rückstände aufnehmen

  • Im Rahmen mancher kosmetischer Studio-Treatments werden Toner zur Desinfektion oder als ergänzender Reinigungsschritt genutzt (Microneedling)

Was nicht stimmt:

  • Toner ersetzen Cleanser

  • Toner und Wattepad sind eine gute Option, um das Gesicht abzuschminken

Fazit: Heutzutage sind Toner keine Reinigungsprodukte, sondern Pflegeprodukte.

Eine Frau mit langen, glatten, braunen Haaren, die ein schwarzes Oberteil und einen Blazer trägt, lehnt an einer weißen Wand und blickt in die Kamera.

Über die Autorin

Dr. Sarah Schunter, Biochemikerin

„Wer versteht, wie kosmetische Inhaltsstoffe agieren, setzt den ersten Schritt für eine wirksame Hautpflege“, sagt Biochemikerin Dr. S. Schunter. Als promovierte Biochemikerin entwirrt sie mit Vorliebe die oftmals kryptischen Inhaltsstofflisten von Hautpflegeprodukten: was steckt drin und wie wirkt es. Sie ist überzeugt: Mit diesem Wissen kann für jeden Hauttyp und jeden Hautzustand die richtige Pflege ermittelt werden.

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