
Lichtschutzfaktor: Der Schlüssel zum Sonnenschutz
Informationen geprüft und erstellt in Kooperation mit der Biochemikerin Dr. Sarah Schunter aus München.
INHALTE IM ÜBERBLICK
KURZ & KNAPP: LICHTSCHUTZFAKTOR
- Der Lichtschutzfaktor (LSF) beschreibt den Schutz vor UVB-Strahlung
- LSF und SPF (Sun Protection Factor) sind synonyme Begriffe
- Ist auf der Sonnencreme ein UVA-Kreis abgebildet, so beträgt der Schutz vor UVA-Strahlung 1/3 des angegeben LSF
- Manche Hersteller weisen den UVA-Schutz anhand des PPD- oder PA-Wertes aus
- Der LSF ist der Faktor, der angibt, um wieviel sich die Eigenschutzzeit der Haut unter Verwendung einer entsprechenden Sonnencreme verlängert
- In der EU ist der höchste Sonnenschutzfaktor LSF 50+
Schutz vor UV-Strahlen: Diese Werte sind entscheidend
UV-Strahlen können in der Haut zu kurz- und langfristigen Schäden führen, daher ist ein täglicher Sonnenschutz für das Gesicht essenziell. Sonnencremes schützen von UVA- und UVB-Strahlung. Welche Auswirkungen UV-Strahlen auf deine Haut haben und welche Schäden durch die Sonne entstehen können, liest du in diesem Beitrag: Täglicher Sonnenschutz für das Gesicht.
Wie hoch der Schutz gegenüber der UV-Strahlung ist, ist auf der Verpackung der Sonnencreme ausgelobt. Der Lichtschutzfaktor (LSF) oder auch Sun Protection Factor (SPF) beschreibt dabei den Schutz vor UVB-Strahlung. UVB-Strahlung ist vor allem für die Entstehung eines Sonnenbrandes verantwortlich. Willst du dich auch gegenüber Hautalterung, langfristigen Sonnenschäden oder Hautkrebs schützen, solltest du neben dem LSF auch auf den UVA-Schutz (PPD- oder PA-Wert) deiner Sonnencreme achten.

Den Schutz vor UVA-Strahlung erkennst du am Symbol des eingekreisten UVA – ist der UVA-Kreis auf der Verpackung der Sonnencreme abgebildet, dann beträgt der UVA-Schutz mindestens 1/3 des ausgewiesenen Lichtschutzfaktors (LSF).

UV-Schutz in Zahlen: Wie hoch sollte der Lichtschutz sein?
In Deutschland und in der EU sind Sonnenschutzprodukte in der Regel mit einem LSF von 5-50 erhältlich. Werte über einem LSF 50 werden nicht explizit ausgewiesen, der höchste Lichtschutzfaktor ist daher LSF 50+.
Welchen Lichtschutzfaktor du verwenden solltest, hängt von vielen Faktoren ab, unter anderem:
- Tages- und Jahreszeit
- Dauer des Aufenthalts in der Sonne
- Hauttyp
- Individuelle Eigenschutzzeit
Die Eigenschutzzeit beschreibt die Zeit, bis deine Haut ohne Sonnenschutz einen Sonnenbrand entwickelt. Je heller dein Hauttyp und je empfindlicher deine Haut, desto kürzer ist die Eigenschutzzeit deiner Haut. Je nach Hauttyp variiert die Eigenschutzzeit dabei von ca. 3 min bei sehr hellen Hauttypen bis zu 45 min bei dunklen Hauttypen. Mit einer Sonnencreme lässt sich die Eigenschutzzeit verlängern und die Haut vor Sonnenbrand schützen. Dabei lautet die grobe Faustregel in etwa:
- LSF 10: 10x längere Eigenschutzzeit
- LSF 30: 30x längere Eigenschutzzeit
- LSF 50: 50x längere Eigenschutzzeit
Aber Achtung, dies sollte nicht als Freifahrtschein für ein ausgiebiges Sonnenbad betrachtet werden. Zum einen variiert die Intensität der Sonne über den Tag hinweg und beispielsweise zur Mittagszeit sollte direkte Sonne gemieden werden – auch wenn du eingecremt bist. Zum anderen garantiert keine Sonnencreme einen 100 %-igen Schutz vor der Sonne.
Um es dir unnötige Rechenübungen zu ersparen, gibt es für die Wahl des passenden Sonnenschutzes eine simple Empfehlung: Nutze für einen zuverlässigen Schutz vor UV-Strahlen mindestens eine Sonnencreme mit SPF 30. Grund hierfür ist unter anderem, dass wir dazu neigen, zu wenig Produkt aufzutragen und den angegebenen Schutzfaktor nicht erreichen. Mehr zur korrekten Auftragsmenge von Sonnencreme findest du in diesem Beitrag: Sonnencreme richtig auftragen.
Wenn du im Urlaub bist oder über längere Zeit Aktivitäten im Freien betreibst, dann beachte noch folgende Tipps:
- Meide die Mittagshitze
- Erneuere den Sonnenschutz etwa alle 2 h
- Nach dem Baden oder starkem Schwitzen nachcremen
Was bringt ein Lichtschutzfaktor 100?
Im Apothekenbereich oder medizinischer Kosmetik finden sich vereinzelt Produkte, die mit einem LSF 100 (SPF 100) ausgewiesen sind. Dies ist aber in Deutschland keine gängige Methode, unter anderem um Missverständnisse zu vermeiden, dass ein Lichtschutzfaktor 100 vollumfänglich vor Sonne schützt. Denn es gibt keinen 100 %-igen Sonnenschutz. Das ist auch der Grund, weshalb die Bezeichnung “Sunblocker” seit 2006 in der EU nicht mehr verwendet werden darf.
Wie erkenne ich die Höhe des UVA-Schutzes einer Sonnencreme?
Der Schutz vor UVA-Strahlung wird mit mithilfe des sogenannten PPD-Wertes (Persistent Pigment Darkening) angegeben. Jedoch loben derzeit nur wenige Hersteller den PPD-Wert explizit auf der Verpackung ihrer Sonnencremes aus. Auf japanischen oder koreanischen Sonnencremes findet sich statt des PPD-Wertes der PA-Wert (Protection value of UVA), der von „PA+“ bis „PA++++“ reicht.
Ist jedoch weder PPD- noch PA-Wert angegeben, so kann bei europäischen Sonnencremes davon ausgegangen werden, dass der UVA-Schutz mindestens 1/3 des ausgewiesenen Lichtschutzfaktors (SPF) beträgt, wenn der UVA-Kreis auf dem Produkt abgedruckt ist. Bei einer Sonnencreme mit Lichtschutzfaktor 30 beträgt der UVA-Schutz also mindestens 10.

Sonnencreme

Über die Autorin
Dr. Sarah Schunter, Biochemikerin
„Wer versteht, wie kosmetische Inhaltsstoffe agieren, setzt den ersten Schritt für eine wirksame Hautpflege“, sagt Biochemikerin Dr. S. Schunter. Als promovierte Biochemikerin entwirrt sie mit Vorliebe die oftmals kryptischen Inhaltsstofflisten von Hautpflegeprodukten: was steckt drin und wie wirkt es. Sie ist überzeugt: Mit diesem Wissen kann für jeden Hauttyp und jeden Hautzustand die richtige Pflege ermittelt werden.





