Seife ist eines der ältesten Reinigungsmittel, doch für die Gesichtsreinigung ist Seife ungeeignet. Der Grund liegt in ihrem alkalischen pH-Wert von 8 bis 12, der den natürlichen Säureschutzmantel der Haut (pH 4,5–5,5) stört. Dies kann folgende negative Auswirkungen haben:
Schwächung der Hautbarriere: Die Haut quillt auf, verliert Feuchtigkeit und wird anfälliger für Reizstoffe.
Förderung von Unreinheiten: Aknebakterien gedeihen in alkalischem Milieu besser, was Pickel begünstigen kann.
Trockenheit und Spannungsgefühl: Seife zerstört den Hydrolipidfilm, was die Haut nach der Reinigung trocken, stumpf und “bremsig” erscheinen lässt.
Bildung von Kalkseifen (bei hartem Wasser): Diese Rückstände können die Haut zusätzlich austrocknen und stumpf wirken lassen.
Natürlich führt die gelegentliche Verwendung von Seife nicht sofort zu Hautproblemen. Kritisch wird es jedoch bei regelmässiger Anwendung, da die Haut immer wieder aus dem Gleichgewicht gebracht wird. Dermatologinnen und Dermatologen raten daher einhellig von der Verwendung klassischer Seifen für die Gesichtsreinigung ab. Stattdessen gibt es moderne, pH-hautneutrale Tenside, die Schmutz und überschüssigen Talg entfernen, ohne die Hautbarriere unnötig zu belasten.
So erkennst du Seifen
Echte Seife wird durch das Aufkochen zweier Bestandteile hergestellt: Pflanzliche oder tierische Fette und eine Lauge. Anhand der INCI-Liste kannst du Seifen daher leicht an diesen Stoffen identifizieren:
Pflanzliche oder tierische Öle und Fette
Sodium Palmate (verseiftes Palmöl)
Sodium Cocoate (verseiftes Kokosöl)
Sodium Olivate (verseiftes Olivenöl)
Sodium Tallowate (verseifetes Rinderfett)
Alkalische Bestandteile (Laugen)
Diese verseiften Fette, sind aggressive Tenside und für regelmäßige Reinigung der Haut nicht geeignet. Übrigens: Nicht alle festen Reinigungsprodukte sind automatisch Seifen, es gibt auch sogenannte feste Syndets, die jedoch mildere Tenside enthalten. Zu erkennen beispielsweise an folgenden Bezeichnungen: