
Pickel ausdrücken? Besser nicht!
Pickel im Gesicht können stören – und manchmal ist die Versuchung, sie einfach auszudrücken, gross. Doch das kann mehr schaden als nützen. Was beim Drücken eines Pickels passiert, warum du damit deiner Haut langfristig keinen Gefallen tust und welche Alternativen für ein schnelles Abklingen besser sind, liest du hier.
Informationen geprüft und erstellt in Kooperation mit der Biochemikerin Dr. Sarah Schunter aus München.
INHALTE IM ÜBERBLICK
KURZ & KNAPP: PICKEL AUSDRÜCKEN
Risiken beim Ausdrücken: Entzündungen, Narben, Pickelmale
Besser: Professionelle Ausreinigung
Geeignete Wirkstoffe: Salicylsäure, Zink, Niacinamid, Bisabolol
Warum entstehen Pickel überhaupt?
Pickel entstehen, wenn Talgdrüsen überaktiv sind und ihre Ausgänge – also die Poren – verstopfen. Das Gemisch aus Talg, abgestorbenen Hautzellen und Bakterien führt zur Bildung von Mitessern (Komedonen), die sich entzünden können. Das Resultat: rote, geschwollene, manchmal schmerzende Pusteln oder Papeln.
Häufige Ursachen sind:
Übermässige Talgproduktion bei fettiger Haut
Hormonelle Schwankungen (Pubertät, Zyklus, Stress)
Chronische Hauterkrankungen wie beispielsweise Akne
Ungünstige Hautpflege oder komedogene Produkte
Ungleichgewicht in der Hautbarriere
Genetische Veranlagung
Was passiert beim Ausdrücken eines Pickels?
Beim Drücken auf einen entzündeten Pickel entsteht Druck auf das umliegende Gewebe. Dabei wird nicht nur der Talg nach aussen gepresst – sondern häufig auch nach innen. Das kann dazu führen, dass sich die Entzündung tiefer ins Gewebe verlagert und sich ausbreitet. Besonders problematisch wird es, wenn dabei Keime eingeschleust werden.
Die Risiken: Entzündungen, Narben, Pickelmale
Wer regelmässig selbst Hand anlegt, riskiert beim Ausdrücken eines Pickels mehr als nur kurzfristige Rötungen:
Schmerzen und Schwellungen: Durch die mechanische Verletzung der Haut
Entzündungen: Drücken verschärft die Immunreaktion im Gewebe
Aknenarben: Vor allem bei tieferliegenden Pickeln kann es zu irreversiblen Narben kommen
Pigmentflecken: Nach dem Abklingen der Entzündung bleiben oft dunkle Flecken zurück – besonders bei dunkleren Hauttypen. Diese postinflammatorischen Entzündungsmale sind Pigmentflecken, die nur sehr langsam abklingen.
Diese Spätfolgen sind häufig schwerer zu behandeln als der ursprüngliche Pickel.
Wann ist Ausdrücken medizinisch okay – und wann nicht?
Grundsätzlich gilt: Pickel am besten gar nicht selbst ausdrücken. Es gibt aber Ausnahmen – zum Beispiel bei reifen Mitessern oder weissen Pusteln, die bereits „an der Oberfläche“ sind.
Nur dann – und unter diesen Bedingungen – ist das Entfernen weniger riskant:
Mit gereinigten Händen und desinfizierten Werkzeugen
Nur bei Mitessern oder sehr oberflächlichen Pusteln – nie bei tiefliegenden Knoten, Zysten oder schmerzhaften Entzündungen, wie es beispielsweise bei Akne der Fall sein kann.
Niemals im sogenannten „gefährlichen Dreieck“ (Nasenrücken bis Oberlippe), da hier das Risiko für schwere Infektionen besonders hoch ist.
Expert Tip
Wenn du unsicher bist, lasse die Ausreinigung professionell bei einer medizinischen Kosmetikerin oder einem Kosmetiker oder in der dermatologischen Praxis durchführen.
Was hilft stattdessen? Wirkstoffe bei Pickeln
Statt Pickel auszudrücken, lohnt sich eine gezielte Hautpflege mit wirksamen, aber sanften Inhaltsstoffen. So unterstützt du die Haut dabei, Entzündungen abzubauen, die Poren frei zu halten und neue Unreinheiten zu vermeiden – ganz ohne mechanischen Stress.
Bei akuten Entzündungen und Pickeln: Entzündungshemmende Pflege, die den Pickel beruhigt, ohne die Haut zusätzlich zu stressen. Auch ein Pimple Patch kann die Entzündung lindern.
Bei abgeheilten Pickeln, aber verbleibenden Pickelmalen: Hauttonausgleichende Seren mit Stoffen, die aufhellend auf die Hyperpigmentierung wirken. Auch hier kann ein Pimple Patch das Verblassen und Abheilen des Pickelmals beschleunigen.
Zur Vorbeugung: Talgregulierende Hautpflege, die Hautfette reduziert und die Haut balanciert. Ausserdem regelmässig chemische Peelings, um sanft abgestorbene Hautschüppchen zu entfernen und so verstopfte Poren reduzieren.
Geeignete Wirkstoffe bei Pickeln
Salicylsäure: Salicylsäure löst abgestorbene Hautzellen und wirkt tief in der Pore – ideal zur Pickelprävention. Zudem wirkt Salicylsäure anti-inflammatorisch und kann so bei akuten Entzündungen lindernd wirken.
Zink: Entzündungshemmend, antibakteriell und wundheilungsfördernd – Zink wirkt bei bestehenden Pickeln und Unreinheiten.
Niacinamid: Niacinamid reduziert Rötungen, reguliert die Talgproduktion und stärkt die Hautbarriere – auch vorbeugend wirksam.
Bisabolol: Bisabolol wirkt sanft beruhigend, lindert Rötungen und beugt Pigmentflecken vor.
Alpha Arbutin oder Tranexamsäure: Bei Pickelmalen unterstützen Alpha Arbutin und Tranexamsäure eine sanfte Aufhellung und sorgen für einen gleichmässigeren Teint.
Hautpflege bei Pickeln
Fazit: Besser behandeln statt drücken
Auch wenn es im ersten Moment verlockend erscheint – Pickel solltest du nicht ausdrücken, sondern lieber gezielt behandeln. Denn der mechanische Druck kann Entzündungen verschlimmern, Narben und Pigmentflecken hinterlassen und das Hautbild beeinträchtigen. Nutze stattdessen eine konsequente Pflege mit entzündungshemmenden und talgregulierenden Wirkstoffen, die das Hautbild verbessern und Unreinheiten abklingen lassen.

Über die Autorin
Dr. Sarah Schunter, Biochemikerin
„Wer versteht, wie kosmetische Inhaltsstoffe agieren, setzt den ersten Schritt für eine wirksame Hautpflege“, sagt Biochemikerin Dr. S. Schunter. Als promovierte Biochemikerin entwirrt sie mit Vorliebe die oftmals kryptischen Inhaltsstofflisten von Hautpflegeprodukten: was steckt drin und wie wirkt es. Sie ist überzeugt: Mit diesem Wissen kann für jeden Hauttyp und jeden Hautzustand die richtige Pflege ermittelt werden.










