Föhnen ist nicht gleich föhnen. Meistens legen wir nach dem Haarewaschen einfach direkt los und überlegen gar nicht gross. Dabei kannst du auch schon bei dem Föhnprozess dein Haar beschädigen, schliesslich wird dem Haar Hitze zugeführt und auch das falsche Bürste oder Föhnmythen können die Haarstruktur schädigen und die Haare nach dem Föhnen statt sleek eher fransig aussehen lassen. Wenn du dir einen gepflegten Look wie vom Profi wünschst, solltest du einige Dinge beachten:
Die richtige Vorbereitung: Nach dem Waschen solltest du deine Haare auf keinen Fall trockenrubbeln. Denn im nassen Zustand sind deine Haare gequollen und daher empfindlich. Drücke sie stattdessen sanft aus, am besten eignet sich dafür ein Mikrofaserhandtuch.
Das passende Handwerkszeug: Als Basics brauchst du natürlich einen Föhn und eine Bürste. Aber auch hier solltest du bei der Auswahl darauf wert legen, dass diese zu deinen Bedürfnissen und deinem Haar passen. Bei deinem Föhn solltest Luftstärke und Temperatur in zumindest zwei Stufen regeln und auch kalt föhnen können. Die ideale Wattzahl hängt von deiner Haarstruktur und -länge ab. Grundsätzlich gilt: Je höher die Wattzahl, desto schneller trocknet das Haar. Hier ein kleiner Guide für die richtige Wahl:
Langes Haar: ab 2000 Watt
Kräftiges oder lockiges Haar: 1600–1800 Watt
Feines oder dünnes Haar: 1200–1400 Watt
Grundsätzlich gilt: zu viel Hitze oder zu langes Trocknen schädigen Haarstruktur und Kopfhaut. Das Haar kann stumpf und trocken werden und die Kopfhaut jucken oder schuppen. Einige moderne Haartrockner verfügen über eine Ionen-Technologie. Positive Ionen im Haar werden durch negative Ionen neutralisiert, sodass sich die Haare nicht statisch aufladen und mehr glänzen. Je länger dein Haar ist und je öfter du es stylst, desto mehr lohnt sich die Investition in einen hochwertigen Föhn.
Viele Menschen achten beim Kauf eines Haartrockners vor allem auf die Wattzahl. Diese ist häufig auf der Verpackung oder direkt am Griff des Geräts angegeben. Bei klassischen Föhns mit heisser Luft ergibt das auch Sinn, denn je höher die Wattzahl, desto heisser wird die Luft und desto stärker der Luftstrom. Mehr Watt bedeutet hier also tatsächlich mehr Leistung.
Bei modernen Haartrocknern mit Ionentechnologie ist das jedoch anders. Diese Geräte trocknen das Haar schneller, weil die Ionen die Wassertröpfchen im Haar aufspalten und so die Trocknungszeit verkürzen. Deshalb ist eine hohe Wattzahl nicht unbedingt notwendig. Auch mit weniger Hitze wird das Haar effizient getrocknet, was zusätzlich schonender ist.
Ein Föhn mit Ionentechnologie kann bei bestimmten Haaren besonders vorteilhaft sein: Besonders bei längeren Haaren oder dichter Haarstruktur lohnt sich ein moderner Föhn mit Ionentechnologie. Du bist schneller fertig, das Haar fühlt sich weicher an, bekommt mehr Glanz und bleibt insgesamt gesünder, da es weniger starker Hitze ausgesetzt wird.
Es gibt jedoch Ausnahmen. Wenn du sehr krauses oder stark gelocktes Haar hast und es regelmässig glatt föhnen möchtest, kann ein klassischer Föhn mit hoher Temperatur und kräftigem Luftstrom vorteilhafter sein. In solchen Fällen ist die Kombination aus intensiver Hitze und starkem Luftzug wichtig, um das Haar zu glätten und in Form zu bringen.
Eine geeignete Bürste nutzen: Auch Bürste ist beim richtigen Haare föhnen nicht gleich Bürste! Detangler & Co. sind wunderbar, um nasses oder trockenes Haar sanft zu entwirren. Zum Föhnen jedoch sind sie weniger geeignet, da ihnen die nötigen Luftkanäle fehlen, durch die die warme Luft optimal zirkulieren kann. Für ein effektives, schonendes Styling empfiehlt sich daher eine spezielle Föhnbürste. Dank der integrierten Öffnungen zwischen den Borsten verteilt sich die Föhnluft gleichmässig im Haar, das verkürzt die Trockenzeit und schützt die Haarstruktur.
Noch effizienter wird es mit einer Bürste mit Keramikkörper: Sie speichert die Wärme und gibt sie gleichmässig ab, wodurch sich das Haar besonders leicht in Form bringen lässt. Auch nach dem Föhnen ist es wichtig, die passende Haarbürste für dein Haar auszuwählen, um es möglichst schonend weiterzustylen.
Schütze dein Haar: Hitzeschutzspray ist ein absolutes Must-have beim Föhnen! Das Spray legt sich wie ein unsichtbarer Schutzmantel um jede einzelne Strähne, bewahrt sie vor dem Austrocknen und bewahrt ihre Geschmeidigkeit.
Vorsicht bei reinen Pflanzenölen wie Jojoba- oder Kokosöl! Unter starker Föhnhitze können sie deinem Haar sogar schaden. Ideal sind leichte Haaröle mit Silikonbasis. Auch wenn Silikone oft kritisiert werden, legen sie sich wie ein schützender Film um die Haarfaser und bewahren die Feuchtigkeit im Inneren.Durch das enthaltene Silikon erhält das Haar quasi eine extra Schutzschicht, die es nicht austrocknen lässt, es geschmeidiger und leichter föhnbar macht. Es entsteht also eine glattere, nahezu rutschige Haaroberfläche, was dafür sorgt, dass weniger Feuchtigkeit aus dem Haar entweicht. Diese Feuchtigkeit ist wichtig, um die Elastizität und den natürlichen Schwung zu erhalten, und beides trägt dazu bei, dass das Haar nicht bricht oder spröde wird. Gleichzeitig schützt diese geglättete Oberfläche das Haar von aussen vor Umwelteinflüssen, einschliesslich Luftfeuchtigkeit, die sonst den gestylten Look wieder ruinieren könnte.
Achte auf Föhnrichtung und Abstand: Du solltest den Föhn stets in Bewegung halten und nie zu lange auf eine Stelle richten, so vermeidest du punktuelle Hitzeeinwirkung, die Haar und Kopfhaut schädigen kann. Statt alles auf einmal zu föhnen, steck das Deckhaar hoch und beginne mit dem Unterhaar. Wird das gesamte Haar gleichzeitig geföhnt, ist das Deckhaar oft viel zu lange der Hitze ausgesetzt, weil die unteren Partien noch feucht sind. Am besten föhnst du das nasse Haar zunächst zügig zu etwa 90 Prozent trocken. Dabei solltest du immer vom Ansatz bis zu den Spitzen arbeiten (also in Wuchsrichtung der Haare), denn gegen die Schuppenschicht zu föhnen, raut die Haaroberfläche unnötig auf. Arbeite in groben Partien und nutze dabei deine Finger, um das Haar gleichzeitig zu entwirren. So vermeidest du es, zu lange auf einzelne Stellen Hitze zu geben und sparst Zeit. Erst wenn das Haar fast trocken ist, kannst du feinere Partien abteilen und sie je nach Wunsch gezielt stylen oder glatt föhnen.
Wenn dein Haar eher fein ist, solltest du es nicht über Kopf föhnen, auch wenn das Volumen verspricht. Dabei wirbeln die Längen durcheinander, die Schuppenschicht richtet sich auf und dies kann das Entstehen von Frizz in den Haaren begünstigen. Auf der sicheren Seite bist du, wenn du Volumen über Produkte wie Schaumfestiger oder die richtige Bürstentechnik erzeugst.
Ein Blow Dry wie vom Profi? Ganz so perfekt wird man es selbst im eigenen Bad nicht hinbekommen. Aber wenn du all diese Tipps beachtest, kannst du dein Haar richtig föhnen und vor allem schonend und effektiv. Bedenke, das Zuführen von Hitze wird immer ein Stressfaktor für dein Haar sein. Damit du es nicht allzu sehr strapazierst, gönn ihm doch ab und zu eine Pause. Föhne es zum Beispiel nur halbtrocken und lasse den Rest an der Luft trocknen oder bei ganz niedriger Hitzestufe.