In der Haarpflege entfaltet Olivenöl seine Wirkung besonders dann, wenn es gezielt eingesetzt wird und die richtige Einwirkzeit bekommt. Als intensive Haarmaske gegen Trockenheit empfiehlt es sich, zwei bis drei Esslöffel hochwertiges, natives Olivenöl leicht zu erwärmen und anschliessend sanft in die Längen und Spitzen einzuarbeiten. Nach einer Einwirkzeit von etwa 30-60 Minuten wird das Öl mit einem milden Shampoo gründlich ausgespült, bis das Haar wieder leicht und gepflegt fällt. Es gibt zwei Anwendungsbereiche für das Olivenöl:
Kopfhaut: Olivenöl für die Kopfhaut ist auch eine traditionelle Anwendungsweise, denn die Kopfhaut profitiert ebenso von der natürlichen Kraft des Olivenöls. Einige Tropfen, sanft einmassiert und über Nacht einwirken lassen, beruhigen spürbar bei Trockenheit, Spannungsgefühlen oder leichtem Juckreiz. Diese Anwendung kann sich besonders für zu Schuppen neigende Kopfhaut eignen. Allerdings kann die Wirkung stark von der individuellen Haut und dem Organismus abhängen. Aufgrund des Säuregehalts besteht die Möglichkeit, dass sie bei offener oder schuppiger Haut unangenehm brennen könnte, ähnlich wie das Gefühl von leichtem Brennen, das reines Olivenöl manchmal auf der Zunge hervorrufen kann.
Haarspitzen: Wer seinen Spitzen einen Hauch Pflege schenken möchte, kann Olivenöl auch als natürliches Leave-in-Treatment verwenden. Ein bis zwei Tropfen, zwischen den Handflächen verteilt und vorsichtig in die trockenen Haarspitzen eingearbeitet, verleihen Glanz und Geschmeidigkeit. Besonders bei feinem Haar sollte diese Anwendung jedoch sehr sparsam erfolgen, um das Haar nicht zu beschweren. Das Öl sollte jedoch mindestens 10-30 Min wirken können, um von Haut und Haar genügend absorbiert werden zu können.
Aber Achtung, wie auch andere natürliche Öle, wie zum Beispiel Kokosnuss Öl, ist auch Olivenöl nicht für alle Haartypen gleich gut geeignet. Für optimale Ergebnisse ist es wichtig, die individuelle Haarstruktur zu berücksichtigen. Dickes, lockiges oder stark trockenes Haar profitiert besonders von der reichhaltigen Pflege, während bei feinem Haar Zurückhaltung geboten ist. Krauses Haar braucht eine noch intensivere und reichhaltigere Pflege, um verstärkt Keratinozyten, die Basis von Keratin, zu bilden.
Die Qualität des Öls spielt dabei eine entscheidende Rolle. Ideal ist kaltgepresstes, natives Olivenöl extra, das reich an aktiven Nährstoffen ist und frei von raffinierten Zusätzen. Um Rückstände vollständig zu entfernen, sollte das Haar sorgfältig mit einem milden Shampoo gewaschen werden, gegebenenfalls auch mehrmals. Olivenöl wird nicht per se austrocknend, allerdings ist die Anwendung recht schwer für das Haar, weshalb je nach Haarstruktur oft viel Shampoo oder mehrere Waschgänge nötig sind, um alle Rückstände zu entfernen – was wiederum zu Austrocknung führen kann. Menschen mit empfindlicher Kopfhaut oder feinem Haar sollten daher lieber zu kosmetischen Produkten greifen, die Olivenöl enthalten. So bekommt man alle Benefits, aber ohne die möglichen Nachteile von reinem Olivenöl.