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Milien entfernen: Tipps bei „Grießkörnern“

Milien sind kleine harmlose Hautzysten, die an Wangen, Schläfen oder Augen auftreten und dich eventuell optisch stören. Oft bilden sich Milien von ganz allein zurück. Wer keine Geduld hat, kann sie kurzfristig entfernen lassen. Wie das geht und was du bei Problemen mit Milien zusätzlich ausprobieren kannst, erfährst du hier.

Informationen geprüft und erstellt in Kooperation mit der Biochemikerin Dr. Sarah Schunter aus München.

Kurz und knapp: So werden Milien entfernt

  • Mit Milienmesser, Lanzette oder Kanüle: Milien lassen sich nicht ausdrücken, sondern sollten mit einem speziellen Milienmesser oder einer scharfen Kanüle aufgeschnitten werden. Kosmetiker*innen und Dermatolog*innen entfernen Milien professionell und meist schmerzarm.

  • Per Laser: Einige Kosmetiker*innen und Dermatolog*innen entfernen Milien mit einem Laser. Dabei wird die erste Hautschicht samt Milie abgetragen. Anschliessend bildet sich eine kleine Kruste.

  • Durch die eigene Hautregeneration: Milien können von ganz allein verschwinden, in den meisten Fällen ist hier allerdings Geduld gefragt.

  • Mit Hautpflege: Eine spezielle Pflegeroutine hilft deiner Haut, sich zu regenerieren. Milien verschwinden dann unter Umständen schneller. Eine abgestimmte Hautpflege kann auch dazu beitragen, dass neue Milien nicht so leicht entstehen.

Was sind Milien?

Milien sind kleine, hautfarbene oder weisse Knötchen auf der Haut. Milien zeigen sich vor allem auf den Wangen, den Schläfen oder um die Augen herum. Auf den ersten Blick ähneln sie kleinen Pickelchen. Anders als zum Beispiel Mitesser, sind sie jedoch komplett von Haut umschlossen und haben keine Porenöffnung.

Meistens bilden sich mehrere Milien in einem Bereich, sodass die Hautoberfläche leicht körnig wirkt. Deshalb werden sie auch als Hautgriess oder Griesskörner bezeichnet. Milien treten aber auch vereinzelt auf. Beispielsweise kannst du eine einzelne Milie auf den Augenlidern entdecken, eine typische Stelle für ein Griesskorn.

WARUM ENTSTEHEN MILIEN?

Wenn abgestorbene Hornzellen nicht wie normalerweise von der Hautoberfläche abgestossen werden, können in manchen Fällen Milien entstehen. Das Protein Keratin bleibt dabei unter der Haut eingeschlossen und bildet kleine, mit Hornmaterial gefüllte Zysten: Milien. Dadurch, dass Milien keine direkte Verbindung zur Hautoberfläche haben, lassen sie sich, anders als bei Mitessern oder Pickeln, nicht ausdrücken. Aber idealerweise drückt man Mitesser, Pickel und Milien ohnehin nicht auf eigene Faust aus, da dies die Haut verletzen und Pickelmale oder Hyperpigmentierungen hinterlassen kann.

Warum sich Milien bilden, lässt sich nicht immer eindeutig nachvollziehen. Häufig ist es ein Zusammenspiel mehrerer Faktoren. Zum einen kann die Neigung zu Milien veranlagt sein. Aber auch eine verlangsamte Hauterneuerung oder eine zu starke Verhornung der Haut kann die Entstehung von MIlien begünstigen. Ausserdem treten Milien manchmal nach Hautverletzungen, Verbrennungen oder bestimmten dermatologischen Behandlungen auf. In diesen Fällen spricht man von sekundären Milien. Entstehen sie jedoch ohne erkennbare Ursache, handelt es sich um primäre Milien.

Besonders häufig zeigen sich Milien im Gesicht. Vor allem im Bereich der Augen, nahe der Lider, unter den Augen, an den Wangen oder den Schläfen.

„Milien sind keine verstopften Poren, sondern kleine Keratinzysten unter der Haut. Deshalb lassen sie sich weder durch Ausdrücken noch durch typische Anti-Pickel-Produkte entfernen. Entscheidend ist vor allem präventiv der Entstehung von Milien vorzubeugen, indem einerseits die natürliche Hauterneuerung unterstützt wird und andererseits unnötige Hautreizungen vermieden werden.“

- Dr. Sarah Schunter, Douglas Skincare-Expertin

KÖNNEN MILIEN VON ALLEIN VERSCHWINDEN?[

Einfache Antwort: Ja, Milien können sich von alleine zurückbilden. Wie schnell das passiert, ist jedoch individuell sehr unterschiedlich. Manche Milien verschwinden nach einigen Wochen, andere bleiben über Monate oder sogar Jahre bestehen. Vor allem bei Erwachsenen lösen sich Milien häufig nur langsam auf, da die eingeschlossenen Hornzellen nach und nach abgebaut im Rahmend er normalen Hautzyklen abgebaut werden. Je älter wir werden, desto länger werden diese Hautzyklen: In jungen Jahren kann ein Hautzyklus ca. 30 Tage dauern, später aber auch durchaus 40–50 Tage.

Milien sind harmlos und weder ansteckend noch gesundheitsschädlich. Deshalb ist eine Behandlung aus medizinischer Sicht meist nicht notwendig. Doch kosmetisch können Milien störend sein, vor allem dann, wenn sie gut sichtbar im Bereich der Augen oder dem Gesicht auftreten.

„Geduld und die passende Hautpflege sind bei Milien oft die beste Strategie. Wer sich aber optisch an den Milien stört, sollte sie idealerweise professionell entfernen lassen und nicht selbst daran herumdrücken.“

- Dr. Sarah Schunter, Douglas Skincare-Expertin

Milien selbst entfernen: Geht das?

Leider kannst du Milien nicht so einfach selbst entfernen. Denn anders als Pickel haben sie keine Öffnung, aus der die Ablagerung herauskommen könnte. Probierst du es dann doch, wird die Haut meist so beansprucht, dass sie sich rötet oder sogar entzündet. Zudem kannst du die Haut dabei so irritieren, dass sie noch mehr aus ihrer natürlichen Balance gerät und weitere Milien entstehen.

Um eine Milie zu entfernen, wird die Haut mit einer feinen sterilen Lanzezze oder Kanüle vorsichtig geöffnet.  Dann kann der Hornpropfen entfernt werden. Danach bleibt eine kleine Wunde zurück, die dann nach und nach abheilt. Du ahnst es schon: Diese Art der Milienentfernung ist nichts für zu Hause und sollte Expert*innen überlassen werden. Denn bereits kleinste Verunreinigungen können Entzündungen verursachen und so post-inflammatorische Hyperpigmentierungen hinterlassen.

Hautärzt*innen und Kosmetiker*innen entfernen Milien meist schmerzarm. Die Wunde zeigt sich hier in der Regel lediglich in Form eines kleinen roten Punkts, der schnell verheilt.

Übrigens: Je nach Grösse und Lokalisation können Milien auch mittels Laser abgetragen werden. Dermatolog*innen und Kosmetiker*innen können so Milien entfernen.  Nach dem Eingriff bildet sich leichter Schorf, der innerhalb weniger Tage abfällt. Darunter kommt dann deine frische und glatte Haut zum Vorschein. Vielleicht ist diese Behandlung etwas für dich.

„Vom eigenständigen Öffnen von Milien rate ich ab. Besonders im empfindlichen Augenbereich besteht das Risiko für Entzündungen oder kleine Narben. Eine professionelle Entfernung ist hygienischer und meist innerhalb weniger Minuten erledigt."

- Dr. Sarah Schunter, Douglas Skincare-Expertin

Deine Hautpflege gegen Milien – Tipps für ebenmässige Haut

Milien solltest du also nicht einfach selbst entfernen. Allerdings haben wir ein paar Tipps für dich, mit denen du deine natürliche Hautregeneration anregst. Das bedeutet: Du gibst deiner Haut einen kleinen Schubser und unterstützt sie, alte Hautschüppchen abzustossen und gesunde Hautzellen zu bilden. So entstehen weniger Milien – und du freust dich über ein ebenmässiges Hautbild.

„Hautpflege kann bestehende Milien meist nicht einfach verschwinden lassen. Inhaltsstoffe wie Retinol oder chemische Peelings können jedoch die natürliche Hauterneuerung unterstützen und so dazu beitragen, dass sich neue Milien seltener bilden."

 - Dr. Sarah Schunter, Douglas Skincare-Expertin

Peele deine Haut regelmässig

Wenn deine Haut alte Hautschüppchen nicht von allein abstösst, hilfst du mit regelmässigen Peelings nach. Dafür eignen sich besonders chemische Peelings mit AHA, PHA oder BHA. Beide Säurearten können helfen, abgestorbene Hautzellen abzulösen und so Verhornungen vorbeugen. AHAs wirken vor allem auf oberflächliche Verhornungen, BHA (Salicylsäure) kann zusätzlich auch bei öliger Haut sinnvoll sein und PHAs eignen sich besonders bei empfindlicher Haut.

Zur Anwendung wäschst du dein Gesicht zunächst mit einem milden Reinigungsprodukt und trägst einen Toner auf. Danach gibst du circa 2 bis 3 Tropfen des Peelings auf ein Wattepad oder in deine Handflächen und trägst es sanft auf deine Haut auf. Beachte dabei die Anwendungshinweise des jeweiligen Peelingprodukts. Anders als mechanische Peelings wäschst du chemische Peelings im Anschluss nicht ab. Trage zum Abschluss deine gewohnte Hautpflege auf.

Meist passen Peelings allein aufgrund ihrer Handhabung und Wirkweise besser in die Abendroutine (abends: Treatments und Peelings, morgens: Schutz und Prävention), aber wenn du morgens damit besser zurechtkommst, kannst du ein Peeling auch in deine Morgenroutine einbinden.

WICHTIG

Peelings machen deine Haut empfindlicher gegenüber UV-Strahlung, da die Hornhaut dünner wird. Deshalb solltest du  tagsüber unbedingt einen Sonnenschutz (mindestens LSF 30) auftragen.

Pflege deine Haut mit Retinol

Eine richtige Creme gegen Milien gibt es nicht. Allerdings können Retinoide deine Haut beim Ablösen alter und beim Bilden neuer Hautzellen unterstützen : Retinol und Retinal sind hier besonders wirksame Vertreter der Retinoide  Mit ihren Eigenschaften können Retinol und Retinal vorbeugend bei Milien wirken. Retinol und Retinal  findest du in Seren und Cremes.

 

WICHTIG

Retinol und Retinal fördern den Zellumsatz, die Abschilferung von Hornzellen und die normalisieren die Verhornung. Im weitesten Sinne könnte man das als eine Art Peeling verstehen, auch wenn der biologische Prodzess ein anderer ist als bei klassischen chemischen Peelings. Dennoch: Auch Retinoide machen deine Haut  empfindlicher gegen Sonnenlicht, da die Hornhaut insgesamt weniger dick ist. Denke deshalb unbedingt an einen Sonnenschutz. Zudem tastest du dich am besten Schritt für Schritt an deine neue Pflege heran – angefangen mit einer Anwendung höchstens alle zwei Tage. Der Grund: Meinst du es zu gut und nutzt zu viel, kannst du deine Haut reizen und irritieren.

Verzichte auf Hausmittel gegen Milien

Von Zahnpasta bis Teebaumöl: Möchtest du direkt gegen Milien vorgehen und suchst nach einem Hausmittel, stösst du schnell auf einige Pflegemythen. Besonders Teebaumöl wird eine Wirkung gegen Milien nachgesagt. Allerdings: Das ätherische Öl kann deine Haut reizen, austrocknen und sie so aus ihrer natürlichen Balance bringen. Deshalb ist es nicht gegen Milien geeignet.

Als weiteres Hausmittel gegen Milien wird Zahnpasta empfohlen. Auch hier ist Vorsicht geboten: Denn Zahnpasta ist für die Anwendung im Mundraum formuliert. Trägst du sie im Gesicht auf, kann die Haut stark austrocknen und sie so in ihren natürlichen Funktionen einschränken. Deshalb solltest du auch Zahnpasta nicht gegen Milien verwenden.

Schütze deine Haut mit Sonnenschutz

Gesunde Haut stösst jeden Tag abgestorbene Hautzellen ab. Sonnenschäden und damit verbundene Hautalterung können diesen Prozess allerdings verlangsamen und stören. Ein täglicher Sonnenschutz schützt die Haut vor lichtbedingter Schädigung und trägt damit dazu bei, die Haut gesund zu halten. Dadurch können im weitesten Sinne auch Faktoren reduziert werden, die die Entstehung sekundärer Milien begünstigen. Schütze deine Haut deshalb täglich mit einem Lichtschutzfaktor 30 – und nein, ein Make-Up mit SPF ist nicht ausreichend für einen effektiven Sonnenschutz.

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