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Rissige Fersen: Ursachen, Pflege und was du jetzt tun kannst

Rissige Fersen sind mehr als nur ein ästhetisches Problem – sie können schmerzhaft sein und sogar das Risiko für Infektionen erhöhen. Dabei sind sie weit verbreitet: Trockene, verhornte und aufgesprungene Fersen betreffen viele Menschen. Die gute Nachricht: Mit der richtigen Pflege und den passenden Wirkstoffen lassen sich rissige Fersen effektiv behandeln – und sogar auch vorbeugen.

Informationen geprüft und erstellt in Kooperation mit der Biochemikerin Dr. Sarah Schunter aus München.

KURZ & KNAPP: RISSIGE FERSEN

  • Definition: Rissige Fersen (Rhagaden) sind Einrisse in der verhornten, trockenen Haut der Ferse

  • Ursachen: Trockenheit, Druckbelastung, Feuchtigkeitsmangel, falsche Schuhe, Grunderkrankungen

  • Wirkstoffe: Urea, Salicylsäure, Glycolsäure, Milchsäure, Panthenol, Glycerin, Sheabutter, Jojobaöl

  • Pflegeprodukte: Fusscremes mit Urea (mindestens 10–25 %), Fussmasken, Hornhautentferner, Peelings

 

Was sind rissige Fersen?

Rissige Fersen werden medizinisch auch als Rhagaden bezeichnet. Sie entstehen, wenn die Haut an der Ferse so trocken und verhornt ist, dass sie unter Belastung einreisst. Dabei beginnt es meist harmlos: Die Haut wirkt stumpf, rau und ledrig. Wird sie nicht ausreichend gepflegt, bildet sich eine immer dickere Hornhautschicht, die zunehmend ihre Elastizität verliert. Der nächste Schritt sind sichtbare Risse, zunächst oberflächlich, mit der Zeit aber tiefer und schmerzhafter.

Eine besonders typische Stelle ist der Fersenrand, also der Bereich, an dem die weiche Haut der Fusssohle in den verhornten Randbereich der Ferse übergeht. Bei jedem Schritt konzentriert sich genau auf diesen Bereich naturgemäss viel Druck. Dieser Druck zusammen mit einer bestehenden trockenen Hornhaut kann dann dazu beitragen, dass die Haut einreisst und rissige Fersen entstehen.

Ursachen: Warum entstehen Risse in der Ferse?

Rissige Fersen entstehen nicht ausschließlich, weil du trockene Haut hast. In der Regel kommen mehrere Ursachen zusammen. Einige davon sind:

Trockenheit und Feuchtigkeitsmangel

Die Haut an der Ferse verfügt im Vergleich zu anderen Körperstellen über besonders wenige Talgdrüsen. Das bedeutet: Sie produziert kaum natürliche Fette und neigt dadurch strukturell zu Trockenheit. Wenn die Füsse zusätzlich noch wenig Hautpflege erhalten, verliert die Haut an Elastizität und wird spröde.

Druckbelastung und Körpergewicht

Jeder Schritt übt Druck auf die Ferse aus. Bei einem erhöhten Körpergewicht oder intensiver körperlicher Belastung – beispielsweise durch Sport oder langes Stehen – verteilt sich dieser Druck stärker und die Haut reagiert mit verstärkter Hornhautbildung als Schutzreaktion.

Falsche oder offene Schuhe

Offene Schuhe wie Sandalen oder Clogs können dazu beitragen, dass sich die Ferse nach aussen ausdehnt und die trockene Haut zusätzlich unter Druck gerät. Auch schlecht sitzende oder zu harte Schuhe können die Fersenregion reizen.

Mangelnde Pflege

Wer die Fersen im Alltag vernachlässigt, schafft die Grundlage für Hornhaut und Risse. Besonders im Winter, wenn Heizungsluft und Kälte die Haut austrocknen, ist eine regelmässige Fusspflege essenziell.

Grunderkrankungen

Erkrankungen wie Diabetes mellitus, Schilddrüsenstörungen oder Hauterkrankungen wie Psoriasis (Schuppenflechte) oder Ekzeme können rissige Fersen begünstigen oder verstärken. Auch ein Mangel an Vitaminen – insbesondere Vitamin E oder Biotin – kann die Hautgesundheit beeinträchtigen.

Tiefer Riss in der Ferse: Wann wird es ernst?

Nicht jeder Riss in der Ferse ist gleich bedenklich – aber tiefe Rhagaden sollten ernst genommen werden. Der Unterschied:

  • Oberflächliche Risse sind trocken, leicht schuppig und verursachen kaum oder keine Schmerzen. Sie lassen sich mit konsequenter Pflege gut in den Griff bekommen.

  • Tiefe Risse (Rhagaden) reichen bis in tiefere Hautschichten, können bluten, sind schmerzhaft beim Gehen und stellen eine potenzielle Eintrittspforte für Bakterien und Infektionen dar.

WICHTIG

Bei tiefen, blutenden oder entzündeten Rissen in der Ferse solltest du unbedingt eine dermatologische Abklärung vornehmen lassen oder eine Podologin oder einen Podologen aufsuchen. Das gilt besonders, wenn du an Diabetes mellitus leidest – denn bei Diabetes ist die Wundheilung verlangsamt und selbst kleine Verletzungen am Fuss können sich rasch zu ernsteren Problemen entwickeln.

Rissige Fersen behandeln: Was hilft wirklich?

Die Behandlung rissiger Fersen folgt einem klaren Prinzip: Hornhaut abtragen, Feuchtigkeit zuführen, Haut regenerieren – und das konsequent und regelmässig.

Schritt 1: Hornhaut erweichen und entfernen

Vor der Pflege sollte überschüssige Hornhaut schonend abgetragen werden. Dafür kannst du die Haut in einem warmen Fussbad für ca. 10–15 Minuten aufweichen. Anschliessend kannst du einen Bimsstein oder einen Hornhautentferner nutzen, um die verdickte Hornschicht sanft abtragen. Wichtig: Deine Hornhaut dient auch dem Schutz deiner Füsse. Daher gehe beim Entfernen der Hornhaut nicht zu aggressiv vor. Das Ziel sollte nicht sein, eine babyweiche Haut an den Füssen zu haben, sondern lediglich übermässig verdickte oder sehr trockene Stellen zu reduzieren. Daher trage stets nur so viel ab, wie es sich gut anfühlt. Sei zudem auch vorsichtig bei der Verwendung von manuellen Hornhautentfernern mit scharfen Klingen. Falls du den Umgang nicht gewohnt bist, lieber darauf verzichten oder den Profis überlassen, um die Gefahr von Schnitten oder zu intensiver Abtragung zu vermeiden.

Schritt 2: Intensive Feuchtigkeitspflege

Nach dem Abtragen der überschüssigen Hornhaut ist die Haut aufnahmefähig für pflegende Wirkstoffe. Jetzt kannst du eine reichhaltige Fusscreme mit feuchtigkeitsbindenden und keratolytischen Inhaltsstoffen einmassieren. Häufig enthalten Fusscremes Harnstoff (Urea), Glycerin oder Sheabutter.

Schritt 3: Pflege einschließen (Overnight-Trick)

Für besonders tiefe Risse und starke Trockenheit hilft der sogenannte Overnight-Trick: Fusscreme grosszügig auftragen, atmungsaktive Baumwollsocken anziehen und über Nacht einwirken lassen. So können Wirkstoffe ungestört in die Haut einziehen.

Produkte mit mindestens 10–25 % Urea sind besonders wirksam bei verhornten und rissigen Fersen. Fusscremes mit Urea erweichen und lösen Hornhaut und binden gleichzeitig Feuchtigkeit in der Haut.

 

Die richtigen Wirkstoffe bei rissigen Fersen

Wenn es um rissige Fersen geht, sind nicht alle Fusscremes gleich. Entscheidend sind die enthaltenen Wirkstoffe und deren Konzentration. Die folgenden Inhaltsstoffe haben sich bei trockenen, rissigen Fersen besonders bewährt:

Harnstoff (Urea)

Urea ist häufig der erste Kandidat bei verhornten und rissigen Fersen. Der körpereigene Stoff bindet Feuchtigkeit in der Haut und wirkt in höheren Konzentrationen (ab ca. 10–25 %) keratolytisch – das bedeutet, er löst verhornte Hautschichten sanft auf. Für rissige Fersen eignen sich Konzentrationen von 10–25 % Urea: 10 % für regelmässige Pflege, 25 % für stark verhornte oder sehr trockene Fersen.

Salicylsäure

Salicylsäure (auch beta-Hydroxysäure, BHA) löst sanft Verbindungen zwischen abgestorbenen Hornhautzellen auf und fördert so die Hauterneuerung. In Kombination mit Urea ist Salicylsäure besonders wirksam bei dicker Hornhaut.

Glycerin

Glycerin ist ein bewährter Feuchtigkeitsspender (Humectant), der Wasser aus der Umgebung in die Haut zieht und dort hält. Er eignet sich hervorragend zur täglichen Fusspflege und macht die Haut geschmeidig.

Sheabutter und Pflanzenöle

Sheabutter, Jojobaöl oder Avocadoöl liefern wertvolle Lipide, die die natürliche Hautbarriere stärken und vor Feuchtigkeitsverlust schützen. Sie machen die Haut weich und geschmeidig und sind besonders für trockene und empfindliche Haut geeignet.

Panthenol (Provitamin B5)

Panthenol wirkt feuchtigkeitsbindend, entzündungshemmend und wundheilungsfördernd – und ist damit besonders hilfreich, wenn die Fersen bereits gereizt oder leicht eingerissen sind.

Milchsäure (Lactic Acid) und Glycolsäure

Als alpha-Hydroxysäuren (AHA) fördern sowohl Milchsäure als auch Glycolsäure die Hauterneuerung und tragen dazu bei, verhornte Hautschellen sanft abzulösen. Gleichzeitig wirken die AHAs befeuchtend, da sie Wasser in der Haut binden können.

Chemische Peelings mit Salicylsäure oder AHAs (z. B. Glykolsäure, Milchsäure) können dabei helfen, die Hornhautschicht schonend abzutragen und die Aufnahme pflegender Wirkstoffe zu verbessern.

 

Rissigen Fersen vorbeugen: So pflegst du deine Fersen richtig

Wer einmal rissige Fersen hatte, weiss: Vorbeugen ist einfacher als Behandeln. Mit einer konsequenten Routine lassen sich rissige Fersen stark reduzieren:

  • Tägliche Fusspflege: Täglich nach dem Duscheneine Fusscreme mit Urea oder Glycerin einmassieren – besonders in den Herbst- und Wintermonaten.

  • Regelmässiges Hornhautabtragen: 1–2 Mal pro Woche sanft mit Bimsstein oder einem feuchten Hornhautentferner arbeiten – am besten nach einem Fussbad.

  • Fussbäder: Warme Fussbäder erweichen die Haut und bereiten sie optimal für die nachfolgende Pflege vor. Nicht zu heiss und nicht zu lang, max. 10–15 Minuten.

  • Passende Schuhe: Gut sitzendes Schuhwerk mit ausreichend Dämpfung schützt die Ferse vor übermässigem Druck. Offene Schuhe nur mit Fusspflege kombinieren.

  • Baumwollsocken: Atmungsaktive Socken aus Naturmaterialien reduzieren Reibung und Feuchtigkeit – beides Faktoren, die Fersenhaut belasten können.

Wann zum Arzt bei rissigen Fersen?

In vielen Fällen lassen sich rissige Fersen gut zu Hause behandeln. Es gibt jedoch Situationen, in denen ein Arzt- oder Podologietermin sinnvoll oder notwendig ist:

  • Die Risse sind tief, bluten oder zeigen Anzeichen einer Infektion (Rötung, Schwellung, Wärme, Eiterbildung)

  • Die Beschwerden verbessern sich trotz konsequenter Pflege nicht

  • Du leidest an Diabetes mellitus – hier ist eine regelmässige podologische Fusspflege medizinisch empfohlen

  • Rissige Fersen treten in Kombination mit weiteren Symptomen auf, die auf eine Grunderkrankung hindeuten können (z. B. Schilddrüsenerkrankung, Schuppenflechte)

WICHTIG

Menschen mit Diabetes mellitus sollten Fussveränderungen grundsätzlich ärztlich abklären lassen. Das diabetische Fusssyndrom kann selbst bei kleinen Verletzungen zu ernsteren Komplikationen führen. Daher gilt: Bei Unsicherheit immer eine medizinische Fachkraft aufsuchen.

Eine Frau mit langen braunen Haaren, gekleidet in einen schwarzen Blazer und einen schwarzen Rollkragenpullover, lehnt lächelnd an einer weißen Wand.

Dr. Sarah Schunter, Biochemikerin

Über die Autorin

„Wer versteht, wie kosmetische Inhaltsstoffe agieren, setzt den ersten Schritt für eine wirksame Hautpflege“, sagt Biochemikerin Dr. S. Schunter. Als promovierte Biochemikerin entwirrt sie mit Vorliebe die oftmals kryptischen Inhaltsstofflisten von Hautpflegeprodukten: was steckt drin und wie wirkt es. Sie ist überzeugt: Mit diesem Wissen kann für jeden Hauttyp und jeden Hautzustand die richtige Pflege ermittelt werden.