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Erster Kontakt für eine starke Bindung

Bonding mit deinem Baby

Bonding bezeichnet vor allem den Bindungsbeginn zwischen dir und deinem Kind in der prägenden Phase direkt nach der Geburt, denn in dieser sensiblen Zeit wird eine wichtige Basis für eure weitere Bindung geschaffen. Hebamme Evi beschreibt dir die Vorteile von Bonding und wie der Bindungsaufbau zwischen dir und deinem Kind funktionieren kann.

Kurz und knapp: Bonding mit deinem Baby

  • Die Bindung zum Kind beginnt für die meisten Frauen bereits in der Schwangerschaft.
  • Bonding beschreibt zumeist den Bindungsaufbau in der ersten Zeit nach der Geburt.
  • Nach Möglichkeit sollten Mutter und Kind nach der Geburt ungestört direkten Hautkontakt geniessen können und ausgiebig kuscheln.
  • Auch nach einem Kaiserschnitt ist Bonding möglich.
  • Nach einer traumatischen Geburt, Trennung oder anderen Herausforderungen kann das Bondingbad für die Bindung zwischen Mutter und Kind sehr hilfreich sein.

Was ist Bonding?

Bonding beschreibt die beginnende Bindung zwischen dir und deinem Baby nach der Geburt. Das Wort „Bonding“ kommt aus dem Englischen und bedeutet so viel wie „Verbindung“, „Verbundenheit“ oder „Bindung“. Gerade die ersten Momente nach der Geburt sind besonders prägend und wichtig für diese emotionale Bindung. Ungestörter Hautkontakt fördert die emotionale Verbindung und das Bindungshormon Oxytocin unterstützt diesen wichtigen ersten Kontakt. Bei deinem Kind wird hier bereits ein wesentlicher Grundstein in der sozialen Entwicklung gelegt. Für die Verbundenheit zwischen Eltern und Kind ist dieser frühe Bindungsaufbau besonders wichtig.

Wann beginnt Bonding mit deinem Kind?

Der Bindungsaufbau zu deinem Kind beginnt bereits in der Schwangerschaft. Es ist der gedankliche Kontakt zu deinem Kind, die Hand auf dem Bauch oder ein liebevolles Gespräch mit dem Baby. Spätestens wenn die ersten Kindsbewegungen spürbar sind, entwickelt sich für viele Frauen eine ganz besondere Verbundenheit mit ihrem Kind.  

Wenn wir von „Bonding“ sprechen, ist zumeist der Bindungsaufbau in der Phase direkt nach der Geburt gemeint. Gerade die ersten Momente sind dabei besonders wichtig. Für dein Kind ist erstmal alles neu, wenn es auf die Welt kommt. In dieser sensiblen Phase sammelt es die ersten prägenden Eindrücke für das weitere Leben. Wenn dein kleiner Schatz geboren ist, könnt ihr im Idealfall die ersten Stunden ungestört Haut auf Haut kuscheln und euch kennenlernen. Der direkte Körperkontakt wärmt dein Baby, es spürt deine Atmung und deinen Herzschlag. Dein Kind erkennt dich zudem direkt nach der Geburt an deinem Geruch. Auch bekannte Stimmen kann dein Kind erkennen und sie wirken beruhigend. 

Als Mama kannst du in dieser ersten Bondingphase dieses zauberhafte, kleine Wesen zum ersten Mal sehen, anfassen und dieses einzigartige Wunder wortwörtlich begreifen. Meist beginnt Bonding mit einem besonderen Gefühl der Verbundenheit zwischen dir und deinem Kind direkt nach der Geburt. Diese Bindung wird sich lebenslang weiterentwickeln und auch immer wieder verändern.   

Evis Hebammen-Tipp: Hautkontakt und Bindung
Ungestörter Hautkontakt und Kuscheln kann die emotionale Bindung zwischen dir und deinem Baby wunderbar fördern. Dies gilt insbesondere direkt nach der Geburt, aber ebenso in den Wochen und Monaten danach.

Das sind die Vorteile von Bonding

Bonding ist für Mutter und Kind und die daraus entwickelnde Beziehung so essenziell wichtig, dass der ungestörte Hautkontakt in den ersten Stunden nach der Geburt in jedem Kreisssaal üblich sein sollte. Der enge Kontakt zwischen Neugeborenem und den Hauptbezugspersonen spielt eine wichtige Rolle für das Urvertrauen des Kindes. Hierbei wird ein wertvolles Fundament für spätere soziale Beziehungen und Vertrauen gelegt.

Darum ist Bonding so wichtig:

  • Bonding fördert den Gesundheitszustand deines Babys. Der kindliche Herzschlag ist bei konstantem Hautkontakt zu einer Bezugsperson stabiler. Das gleiche gilt für die Atmung und den Blutzucker.
  • Das Neugeborene kann die Körpertemperatur besser halten.
  • Auf deinem Oberkörper spürt dein Kind deinen Herzschlag und kann deinen Geruch und deine Stimme besonders gut wahrnehmen.
  • Bonding wirkt sich positiv auf das Stillen aus.
  • Durch den Hautkontakt werden bei Mutter und Kind Oxytocin freigesetzt. Das fördert nicht nur die Bindung, sondern auch die Rückbildung der Gebärmutter.
  • Der Hautkontakt mit der Mutter beruhigt das Neugeborene und es schreit weniger.
  • Als Mutter kannst du durch den direkten Kontakt sensibler und schneller auf die Signale und Bedürfnisse deines Babys reagieren.
  • Bonding stärkt die mütterliche Intuition und das Gefühl von Verbundenheit zum eigenen Kind.

Evis Hebammen-Tipp: Das erste Bonding wirkt lange nach
Bonding ist für dein Kind prägend und hat einen grossen Einfluss auf die Entwicklung des Urvertrauens und die Fähigkeit, später gesunde und vertrauensvolle Beziehungen zu anderen Menschen eingehen zu können. Nehmt euch daher in den ersten Wochen mit gutem Gewissen ganz viel Zeit zum Kuscheln.

Bonding bei einem Kaiserschnitt

Da es beim Bonding viel um die erste Phase direkt nach der Geburt geht, stellt sich natürlich automatisch die Frage: „Wie ist das bei Kindern, die per Kaiserschnitt auf die Welt kommen?“. Diese Frage ist relevant, denn etwa ein Drittel aller Kinder kommen auf diesem Weg auf die Welt und der Ablauf ist natürlich etwas anders. Nach diesem operativen Eingriff ist das erste Kuscheln direkt im OP-Bereich zumeist möglich, aber verkürzt.

Am besten sprichst du bereits bei der Anmeldung mit dem Personal im Kreisssaal. So weisst du, wie die Abläufe sind und kannst deine eigenen Wünsche im Falle eines Kaiserschnitts ansprechen. Der Erstkontakt mit dem Neugeborenen ist wichtig und auch nach einem Kaiserschnitt wird es in der Regel möglich gemacht, dass ein rascher Hautkontakt stattfinden kann. Das Neugeborene wird auf den Oberkörper der Mutter gelegt und euch wird etwas Zeit zum Kuscheln gegeben.

Manchmal wird das Kind von der Hebamme mit in den Kreisssaal genommen und auch hier kann man eine Kuschelzeit mit deiner Begleitperson organisieren. Dann ist es zwar nicht die Mama, aber für das Baby trotzdem eine Bezugsperson und beruhigender Hautkontakt. Sobald es für dich als Mutter nach der Operation möglich ist, wird man dir dein Baby bringen.

Kann man Bonding nachholen?

Obwohl gerade die erste Phase nach der Geburt besonders prägend und wichtig für das Bonding zwischen Mutter und Kind ist, kann man vieles nachholen, wenn es hier zu Unterbrechungen oder zur Trennung kam. Manchmal ist dies aufgrund einer Frühgeburt, medizinischen Abläufen bei Mutter und/ oder Kind nicht vermeidbar. Die gemeinsame Zeit, in der du mit deinem Baby Haut auf Haut gemütlich kuschelst, kann jederzeit nachgeholt werden. In diesem nahen Kennenlernen können sich schwierige Gefühle lösen oder eine frühe Trennung verarbeitet werden.

Das Babyheilbad nach Brigitte Meissner ist für solche Situationen besonders geeignet. Hier wird das Baby mit ausgewählten Zusätzen gebadet und anschliessend der Mutter nass und nackig auf den Oberkörper gelegt. Ganz so, wie es nach der Geburt abgelaufen wäre. Diese einfache Prozedur setzt oft viele Emotionen bei Mutter und Kind frei und kann sehr heilsam sein. Unterdrückte Gefühle und Schmerz können sich zeigen, Tränen dürfen fliessen und ein vielleicht holpriger Start kann Stück für Stück aufgearbeitet werden. In einem geschützten Rahmen dürfen sich Mama und Baby ganz in Ruhe berühren und begegnen.

Evis Hebammen-Tipp: Lasst euch Zeit
Bonding ist kein Ereignis, dass nur auf einen bestimmten Moment beschränkt ist. Die Bindung zu deinem Kind kann sich ein Leben lang weiterentwickeln und immer stärker werden.

Eure Beziehung darf mit der Zeit wachsen

Nicht alle Frauen sind direkt nach der Geburt von ihrem Kind entzückt, voller Freude und Glückshormone. Manche Frauen tun sich schwer mit liebevollen Gefühlen ihrem Kind gegenüber oder spüren erstmal gar nichts. Hier ist es besonders wichtig, jeglichen Druck und die Erwartungshaltung rauszunehmen. Du darfst dein Kind ganz in Ruhe und auch in deinem Tempo kennenlernen. Nehmt euch im Wochenbett Zeit für Kuscheleinheiten, betrachte dein Kind viel und hab es in der Nähe, wenn es dir guttut. Erlaube dir aber ebenso, ungestörte Zeiten für dich als Mama und Frau zu nehmen, wenn du das Bedürfnis danach verspürst. Liebe und Bindung kann man nicht erzwingen - es ist eine unsichtbare Verbundenheit, die mit der Zeit ganz individuell wachsen darf.  

Bitte beachte: Die Inhalte dieses Artikels sollen dir allgemeine Informationen und Hintergrundwissen vermitteln und erheben keinen Anspruch auf Vollständigkeit. Die Anregungen und Tipps ersetzen keine fachliche Beratung durch eine*n Ärzt*in oder Apotheker*in.

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Hebamme Evi Bodman

Über die Autorin

Schwangerschaft, Geburt und die erste Zeit mit Baby sind ganz besondere Lebensabschnitte. „Fundiertes Wissen rund um Abläufe im eigenen Körper sowie die Entwicklung des Kindes ist essenziell für Frauen“, sagt Evi Bodman. Als Hebamme ist sie Expertin für diese spannenden Phasen und begleitet Familien mit Herz und Wissen. Sie vertritt die Meinung: „Verständnis für die Veränderungen im eigenen Körper ist wichtig, um die eigenen Bedürfnisse liebevoll anzunehmen.“ Ihre Ausbildung als Yogalehrerin hilft ihr bei diesem Ansatz. Ihr Wissen teilt Evi in zahlreichen Kursen und Workshops sowie in ihrem Podcast „JoyfulMama“.

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